KiR-Sommertipps von Kurt Roth:

Kurt Roth ist Ehrenbürger der Großen Kreisstadt Rheinstetten, Gründer und Vorsitzender des Heimatvereins sowie ein großer Natur- und Gartenliebhaber.

 

Von Anfang an gehörte der heute 76-Jährige zu den Gastautoren des alljährlichen „KiR-Kultur-Tipps“ und es bereitet ihm große Freude unseren „Usern“ Hinweise auf Besonderes in unserer Region zu geben oder sie auf Bücher aufmerksam zu machen, die ihm beim Lesen Vergnügen bereitet haben.

 

So hat sich im Laufe der Jahre einiges angesammelt, das es wert ist, erneut veröffentlicht zu werden, denn die „KiR-Sommertipps“ von Kurt Roth sind tatsächlich „zeitlos“ und hervorragend geeignet, einen interessanten Urlaubstag rund um Rheinstetten zu gestalten. Bei der Auswahl der diesjährigen „Best-of-Sommertipps“ hat er uns gebeten, auch die tollen Hinweise von Frau Regierungspräsidentin a.D. Gerlinde Hämmerle und von Herrn Hartwig Rihm, dem Bürgermeister von Au am Rhein, aufzunehmen.

 

Diesem Wunsch sind wir gerne nachgekommen.

Rosige Zeiten in Baden-Baden

von Kurt Roth

 

 

Ganz in unserer Nähe gibt es einen Traumgarten der besonderen Art:

 

Auf dem „Beutig“ hoch über der Stadt Baden-Baden wachsen auf etwa 3.000 qm die Königinnen der Blumen um die Wette.

 

Ständig beginnen neue Rosen zu blühen, so dass sich der Garten von Tag zu Tag in einem neuen Gesicht zeigt.

Baden-Baden ist neben Rom, Monza oder Madrid Mittelpunkt aller Rosenzüchter. Auch inn diesem Jahr kamen wieder aus mehr als einem Dutzend Ländern weit mehr als hundert Rosenexperten nach Baden-Baden, um die besten Rosen-Neuzüchtungen 2011 auszuwählen.

Für Nostalgiker sind die Siegerrosen der vergangenen Jahrzehnte zu bewundern und Futuristen können schon die Neuzüchtungen der kommenden drei Jahrgänge im Voraus begutachten.

 

Wer einmal den blühenden „Beutig“ erlebt hat, möchte ihn Jahr für Jahr aufs Neue genießen, denn er ist ein wahres Rosenparadies!

 

Täglich ist der „Rosentraum“ von 9 – 19 Uhr geöffnet und der Eintritt „kostet“ einen symbolischen Euro, den man freiwillig in eine diskrete Kasse am Eingang werfen kann.

Es lohnt sich wirklich, den „Beutig“ zu besuchen (auch wenn die Hauptblütezeit bereits vorbei ist).

 

Zu erreichen ist die Gartenanlage mit dem PKW über die Bundesautobahn A 5, Ausfahrt Baden-Baden. Die Fahrtstrecke führt durch die Stadt in Richtung Rebland (Fremersberg, SWR) bis zum „Beutig“. Die Strecke ausgeschildert.

Einfacher geht die Anfahrt noch über das Rebland am Schloss Neuweier mit seinem Sternerestaurant vorbei.

 

Nach dem Beutig-Erlebnis empfehle ich als Abschluss den Besuch der Ruine Y-Burg mit dem herrlichen Blick auf die Rheinebene.

Die Fahrt dorthin führt durch das Rebland über Varnhalt zur Ruine der Y-Burg.

Hinauf Patrioten zum Schloss, zum Schloss! – An der Wiege der deutschen Demokratie.

von Kurt Roth

 

Ich möchte Sie heute mitnehmen zu einer Tagestour auf das Hambacher Schloss, einer der bedeutendsten Stätten deutscher Demokratie-Geschichte, zur „Wiege der Deutschen Demokratie“ und Sie teilhaben lassen an meinen Gedanken zu diesem wichtigen Ereignis des Vormärz.

 

„Auf, Ihr Deutschen Männer und Jünglinge, jedes Standes, welche der heilige Funke des Vaterlandes und der Freiheit die Brust durchglüht, strömt herbei!“

 

Etwa 30.000 Menschen folgten am 27. Mai 1832dieser Einladung des Journalisten Philipp Jakob Siebenpfeifer. Von Trompetensignalen und Musik begleitet, zogen sie die geschmückten Wege den Berg hinauf zum Hambacher Schloss. Auf der höchsten Zinne des Schlosses wurde zum ersten Mal die schwarz-tot-goldene Fahne aufgesteckt. In zahlreichen Reden, Grußadressen, Liedern und Trinksprüchen wurden die unterschiedlichsten Forderungen erhoben. In unzähligen persönlichen Gesprächen und Diskussionen fand ein reger und teils kontroverser Meinungs- und Gedankenaustausch statt. Die politische Veranstaltung ähnelte in Vielem einem bunten Volksfest mit Buden, Musik und Karussells.

 

Die Ausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ lädt ein, sich in den Festzug einzureihen. Fünf fiktive Festteilnehmer rufen auf sich anzuschließen, um zu erfahren wie das Fest verlaufen ist, wer seine Teilnehmer waren und was sie bewegte.

Aber es wird auch die Frage erörtert, welche Konsequenzen das Hambacher Fest in der Zeit unmittelbar nach 1832 hatte und welche Wirkung es bis in die Gegenwart noch hat.

 

Der Aufbau der Ausstellung lag in den Händen von Frau Schwarz-Düser, die auch unser PANIMA-Museum zur Regionalgeschichte im Rathaus Neuburgweier gestaltet hat. Eine Reihe von spannenden Medien- und Aktivstationen laden alle Altersstufen im wahrsten Sinne des Wortes zum Begreifen, Erfahren und Erleben ein. So macht das Eintauchen in die Geschichte wirklich Spaß.

 

Nun aber möchte ich Sie mitnehmen auf eine kleine Wanderung „hinauf zum Schloss“!

Wir beginnen mit einem Stadtrundgang „Bummeln und Staunen“ in Neustadt. Die Genießer von gutem Wein und vorzüglichen Speisen finden in Neustadt sicher alles, was das Herz begehrt.

 

Nach dem Mittagessen gehen wir zu Fuß (ca. 2 Stunden) nach einem anfangs steilen Anstieg, später im schattigen Wald relativ flach verlaufend zum Schloss Hambach hinauf. Die Wanderstrecke ist gut ausgezeichnet und beginnt beim Bahnhof Neustadt.

 

Für alle, die nicht so gerne wandern, aber trotzdem die tolle Ausstellung im Schloss besichtigen wollen (es lohnt sich, sich etwas Zeit zu nehmen), stehen die Palatina-Busse bereit, um uns ab dem Hauptbahnhof Neustadt zum Schloss und wieder zurück zu bringen. Übrigens: Die Fahrverbindungen mit dem KVV und dem Regionalverkehr sind gut aufeinander abgestimmt, ich habe es selbst ausprobiert!

 

Wer mit dem eigenen PKW fährt, hat nach der Schlossbesichtigung noch die Möglichkeit in Bad Dürkheim das Weingut Fitz-Ritter (67098 Bad Dürkheim, Weinstraße Nord 51, Tel. 06322 – 5389) mit einem wunderbaren Garten zu besuchen. Einer der Vorfahren dieses Weingutes, der „Rote Fitz“, hat den Zug der Winzer zum Hambacher Fest angeführt und das (der „Rote Fritz“) ist jetzt ein ausgezeichneter Rotwein, den man im Garten genießen kann.

 

Kleiner Hinweis:

 

Für alle, die nicht unbedingt die Wanderschuhe anziehen wollen, sich aber trotzdem für das Thema „Demokratie“ interessieren, gibt es im Internet eine tolle Fundstelle:

 

www.strasse-der-demokratie.eu

 

Es lohnt sich an einem verregneten Urlaubs- oder Ferientag all das, was dort zusammengetragen ist, zu betrachten.

 

Passend zu dieser Internet-Seite und zu Kurt Roths „Hambacher-Schloss-Tipp“ ist der „KiR-Sommertipp“ der ehemaligen Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle, den Sie im Anschluss lesen können.

Rastatt - Wo für die Freiheit Blut geflossen ist

von Gerlinde Hämmerle, Regierungspräsidentin a.D.

 

Obwohl dieser „Sommertipp“ bereits vor drei Jahren von Gerlinde Hämmerle geschrieben wurde, ist er immer noch hochaktuell!

 

Als das Kulturprojekt „KiR“ an mich herantrat, um mich nach meinem „Kultur-Tipp für den Sommer 2008“ zu fragen, habe ich zunächst etwas gezögert, denn meine Anregung sollte keine Allerweltsantwort sein, sondern schon ein besonderer Hinweis werden.

Nach einigem Nachdenken, glaube ich, den richtigen Tipp abgeben zu können:

 

Ich empfehle einen Besuch der „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte"

 

Sie befindet sich im Rastatter Schloss und wurde 1974 vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann ins Leben gerufen, weil „hier in Rastatt für die Freiheit Blut geflossen ist.“

Eingerichtet und wissenschaftlich betreut wird diese einmalige Dauerausstellung vom Bundesarchiv.

 

Gustav Heinemann hatte drei Gründe, warum er gerade diese „Erinnerungsstätte“ initiierte:

 

  1. Er wollte an der Stelle, an der die Badische Revolution im Jahre 1849 blutig niedergeschlagen wurde, eine Gedenkstätte für die Opfer errichten, denn Gedenkstätten für Sieger gibt es überall.

 

  1. Was kaum jemand weiß: Einer der Vorfahren Heinemanns war aktiver Teilnehmer an der badischen Revolution, wurde in der Schlacht bei Gernsbach verwundet und starb 1849 in der Festung Rastatt.

 

  1. Er wollte, dass die Deutschen begreifen, dass sie eine eigene demokratische Vergangenheit haben, auf die sie stolz sein können.

 

Dies gilt in besonderem Maße für uns Badener.

 

Der Besuch der Erinnerungsstätte lohnt sich wirklich, denn nirgendwo sonst wird einem so deutlich bewusst, wie wichtig das Einstehen für Demokratie ist. Gerade heute ist das von ganz besonderer Bedeutung!

 

„Das ist ein toller Ausflug für die ganze Familie bei gutem und bei schlechtem Wetter. Wenn die Sonne scheint, kann man auf den Radwegen entlang der alten B 36 wunderbar nach Rastatt radeln. Und wenn es regnet? Dann gibt es die Stadtbahn, mit der man vom Silberstreifen aus in wenigen Minuten am Rastatter Schloss sein kann.“

 

Übrigens: der Eintritt ist frei und geöffnet hat das „Freiheitsmuseum“ Sonntag – Donnerstag jeweils von 9:30 – 17:00 Uhr und am Freitag von 9:30 – 14:00 Uhr

 

Wenn Sie sich genauer informieren wollen, dann gehen Sie einfach auf die Seite der Erinnerungsstätte: www.bundesarchiv.de/erinnerungsstaette

 

(Gerlinde Hämmerle ist die Vorsitzende des Fördervereins des Freiheitsmuseums Rastatt)

PAMINA-Planetenweg von Durmersheim nach Au am Rhein

 

von Hartwig Rihm

 

 

Ebenfalls aus dem Jahr 2008 stammt der folgende „Sommertipp“ von Bürgermeister Hartwig Rihm, Au am Rhein:

 

Im letzten Jahr wurde der Planetenweg als interessante Ergänzung zum PAMINA-Radweg geschaffen. Der Weg will relativ die Größe der Planeten und deren Entfernungen bewusst machen. Deshalb wurde der Planetenweg im Maßstab 1 zu einer Milliarde modellhaft errichtet.

 

Er beginnt beim Rathaus in Durmersheim. In Durmersheim selbst befinden sich die Sonne sowie Merkur, Venus, Erde, Mars und Jupiter, in Würmersheim der Saturn und in Au am Rhein beim Zollhaus Pluto. Den Neptun können Sie in Elchesheim-Illingen besichtigen und den Uranus in Bietigheim.

 

Wenn Sie in das benachbarte Elsaß fahren möchten, können Sie dort in Mothern Pluto und Eris besichtigen. Der Rundweg ab Rathaus Durmersheim ist 25 km lang. Sie erhalten immer wieder interessante Informationen über unsere Planeten.

 

Diese modellhafte Darstellung unseres Sonnensystems wurde von einem Arbeitskreis der Lokalen Agenda in Durmersheim gemeinsam mit den Gemeinden Bietigheim, Elchesheim-Illingen und Au am Rhein realisiert.

 

Ein Plan dieses PAMINA-Planetenwegs findet sich als PDF-Datei auf der weiterführenden Homepage der Gemeinde Durmersheim; den entsprechenden Link sollten Sie bitte beachten. Je nach dem wie Sie den Weg fahren, zieht er sich bis zu  50 km durch die rechts- und linksrheinische Landschaft, wenn Sie sich ins benachbarte Elsaß begeben. Auch können kürzere Etappen gefahren werden.

 

Informieren Sie sich über unser Sonnensystem und genießen Sie dabei noch unsere herrliche Landschaft sowie Gastronomie. Begreifen Sie die Schönheit unserer Landschaft aber auch die unendliche Dimension unseres Planetensystems.