Herzlich willkommen beim aktuellen "KiR-Kultur-Tipp" für den Sommer 2009

Der „KiR-Kultur-Tipp“: Hinauf Patrioten zum Schloss, zum Schloss! – An der Wiege der deutschen Demokratie.
von Kurt Roth, Bürgermeister a.D. Ehrenbürger der Großen Kreisstadt Rheinstetten
Ich möchte Sie heute mitnehmen zu einer Tagestour auf das Hambacher Schloss, einer der bedeutendsten Stätten deutscher Demokratie-Geschichte, zur „Wiege der Deutschen Demokratie“ und Sie teilhaben lassen an meinen Gedanken zu diesem wichtigen Ereignis des Vormärz.
„Auf, Ihr Deutschen Männer und Jünglinge, jedes Standes, welche der heilige Funke des Vaterlandes und der Freiheit die Brust durchglüht, strömt herbei!“
Etwa 30.000 Menschen folgten am 27. Mai 1832dieser Einladung des Journalisten Philipp Jakob Siebenpfeifer. Von Trompetensignalen und Musik begleitet, zogen sie die geschmückten Wege den Berg hinauf zum Hambacher Schloss. Auf der höchsten Zinne des Schlosses wurde zum ersten Mal die schwarz-tot-goldene Fahne aufgesteckt. In zahlreichen Reden, Grußadressen, Liedern und Trinksprüchen wurden die unterschiedlichsten Forderungen erhoben. In unzähligen persönlichen Gesprächen und Diskussionen fand ein reger und teils kontroverser Meinungs- und Gedankenaustausch statt. Die politische Veranstaltung ähnelte in Vielem einem bunten Volksfest mit Buden, Musik und Karussells.
Die Ausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ lädt ein, sich in den Festzug einzureihen. Fünf fiktive Festteilnehmer rufen auf sich anzuschließen, um zu erfahren wie das Fest verlaufen ist, wer seine Teilnehmer waren und was sie bewegte.
Aber es wird auch die Frage erörtert, welche Konsequenzen das Hambacher Fest in der Zeit unmittelbar nach 1832 hatte und welche Wirkung es bis in die Gegenwart noch hat.
Der Aufbau der Ausstellung lag in den Händen von Frau Schwarz-Düser, die auch unser PANIMA-Museum zur Regionalgeschichte im Rathaus Neuburgweier gestaltet hat. Eine Reihe von spannenden Medien- und Aktivstationen laden alle Altersstufen im wahrsten Sinne des Wortes zum Begreifen, Erfahren und Erleben ein. So macht das Eintauchen in die Geschichte wirklich Spaß.
Nun aber möchte ich Sie mitnehmen auf eine kleine Wanderung „hinauf zum Schloss“!
Wir beginnen mit einem Stadtrundgang „Bummeln und Staunen“ in Neustadt. Die Genießer von gutem Wein und vorzüglichen Speisen finden in Neustadt sicher alles, was das Herz begehrt.
Nach dem Mittagessen gehen wir zu Fuß (ca. 2 Stunden) nach einem anfangs steilen Anstieg, später im schattigen Wald relativ flach verlaufend zum Schloss Hambach hinauf. Die Wanderstrecke ist gut ausgezeichnet und beginnt beim Bahnhof Neustadt.
Für alle, die nicht so gerne wandern, aber trotzdem die tolle Ausstellung im Schloss besichtigen wollen (es lohnt sich, sich etwas Zeit zu nehmen), stehen die Palatina-Busse bereit, um uns ab dem Hauptbahnhof Neustadt zum Schloss und wieder zurück zu bringen. Übrigens: Die Fahrverbindungen mit dem KVV und dem Regionalverkehr sind gut aufeinander abgestimmt, ich habe es selbst ausprobiert!
Wer mit dem eigenen PKW fährt, hat nach der Schlossbesichtigung noch die Möglichkeit in Bad Dürkheim das Weingut Fitz-Ritter mit einem wunderbaren Garten zu besuchen. Einer der Vorfahren dieses Weingutes, der „Rote Fitz“, hat den Zug der Winzer zum Hambacher Fest angeführt.
Weitere Informatioen:
Fahrplan – KVV, tel. Kundeberatung 0721 – 6107 -5885
(Achtung: Besitzer von Monatskarten müssen Übergangskarten zusätzlich lösen, Preis 2,10 Euro)
Touristik-Information Neustadt – Tel. 06321 – 926892
Hambacher Schloss, Tel: 06321 – 926290
Weingut Fitz-Ritter, 67098 Bad Dürkheim, Weinstraße Nord 51, Tel. 06322 - 5389
Der "KiR-Kultur-Tipp": Prof. Emil Wachter und die Emmaus-Kapelle in Neuburgweier
von Gerhard Bauer, Ortsvorsteher Neuburgweier
Wandeln Sie doch einmal auf den Spuren von Rheinstettens Ehrenbürgen, dem Künstler Prof. Emil Wachter in Neuburgweier. Der "Sohn" dieses Rheinstettener Stadtteils hat im Laufe seines künstlerischen Wirkens viele Kunstwerke in seinem Geburtsort geschaffen und hinterlassen.
Als Ortsvorsteher von Neuburgweier empfehle ich Ihnen, sich insbesondere den Friedhof in Neuburgweier anzuschauen. Dieser hat sich zu einem wahren Kleinod der Kunst Emil Wachters entwickelt:
Rechts vom Eingang finden sie mit dem Mahnmal zum Krieg das Werk des Studenten Emil Wachters.
Gegenüberliegend befindet sich die Aussegnungshalle.
Die Fensterfriese im alten Teil sind ein Frühwerk des Künstlers und die Fortsetzung dieses Fensterfrieses im Erweiterungsteil wurde Anfang 2000 erschaffen.
An der Stirnseite, am Ende des Friedhofes finden Sie eine kleine Kapelle, welche zur Zeit von Prof. Emil Wachter zum Thema „Emmaus-Jünger“ ausgemalt wird.
Vielleicht treffen Sie ihn sogar bei seiner Arbeit an.
Ich hatte bereits mehrfach die Gelegeheit, ihm über die Schulter zu schauen - und zu staunen. Aus ein paar, für mich vollkommen willkürlich hingekritzelten Strichen, entstand innerhalb kürzester Zeit ein vollkommenes Gemälde: Striche werden zu Vögeln, aus vermeintlichen Farbklecksern entstehen Landschaften.
Allerdings wird der Künstler immer wieder von seiner Arbeit abgehalten, denn natürlich kennen wir ihn und wollen auch mit unserem Ehrenbürger ein Schwätzchen halten. Emil Wachter hat auch daran seine Freude. Man sieht es ihm an, wenn er mit "seinen Weierern" redet - auch wenn sein ursprünglicher Zeitplan sicher längst nicht mehr stimmt!
Diese Kapelle, welche zukünftig an Sonn- und Feiertagen für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, rundet die Arbeiten des Künstlers auf dem Friedhof ab.
Aber auch sonst hat Emil Wachter seine Spuren in "seinem Dorf" Neuburgweier hinterlassen.
Wenn Sie vom Friedhof in Richtung Ortsmitte gehen, stoßen sie auf die St. Ursula Kirche. Das Kirchenschiff und der Altarraum der St- Ursula-Kirche wurde von ihm in den neunziger Jahren ausgemalt. Im Anschluss an die Arbeiten an der Kapelle auf dem Friedhof wird Prof. Emil Wachter auch die Fassade des Eingangsportals der Kirche bemalen.
Ein Stück weiter die Straße hinunter steht das kath. Gemeindezentrum. Dort finden Sie vier von Emil Wachter gestaltete runde Glasfenster, welche die vier Jahreszeiten darstellen.
Oder wenn Sie die St. Ursula Kapelle, das älteste kirchliche Gebäude Rheinstettens, besuchen, können Sie drei Glasfenster des etwas früheren Emil Wachter bewundern.
Kleiner Hinweis: Die Kapelle wird jetzt sonntags von der evangelischen Kirchengemeinde zur Besichtigung geöffnet.
Wenn ich Sie neugierig gemacht habe, so nehmen Sie sich doch einfach die Zeit, bei einem Spaziergang durch Neuburgweier die Werke des Künstlers zu betrachten und zu genießen.
Der "KiR-Kultur-Tipp": Altes neu entdecken – Die Welt der Glasnegative des Fotografen Wilhelm Kratt
von Thomas Liebscher, BNN-Redakteur und Mundart-Autor
Der folgende Text wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors übernommen. Ursprüngliche Veröffentlichung in: "DER SONNTAG", herausgeben von den BNN, Ausgabe vom 28.6.09.
Eine reizvollere Reise in die Vergangenheit ist kaum denkbar. Mit dieser Ausstellung erweist sich Karlsruhe als würdige badische Hauptstadt. Wenn dieses Projekt nicht ausstrahlt, welches dann?
„Baden wie es einmal war“ könnte die aktuelle Schau im Stadtmuseum Karlsruhe überschrieben werden. Zu sehen sind Schwarz-Weiß-Fotografien von Wilhelm Kratt aus den Jahren 1904 bis 1928. Seine 12 000 Aufnahmen von Städten und Landschaften bilden das Badische Denkmalarchiv. Dieser kulturelle Schatz hat seit Jahrzehnten schon Ausstellungen und Publikationen bereichert. Die nicht mehr vorhandenen Jugendstil-Häuser in der Karlsruher Kaiserstraße, die alte Mühlburger Karl-Friedrich-Kirche, der Blick vom Ettlinger Robberg 1910 oder ein Gernsbacher Ortsbild rücken uns wieder näher, weil Kratt (1869 bis 1949) sie beeindruckend ins Licht gesetzt hat.
Auch wenn wir wissen, dass die Zeiten mit unbeflasterten verkehrsarmen Straßen, Fachwerkhäusern in einer Reihe oder üppigen Schlossverzierungen vorbei sind, kommen wir irgendwie nach Hause in dieser Ausstellung. Museumsleiter Peter Pretsch sorgt mit einer Auswahl von 200 großformatigen Fotografien in gelungener Inszenierung für eine Schau der Schönheit. Das Stadtmuseum würdigt außerdem die Pflege dieses Fotoschatzes aus schweren Glasplatten-Negativen.
…
So entdecken Nostalgiker, Lokalhistoriker und alle, denen der Denkmalschutz am Herzen liegt, eine versunkene Welt. Ihre noch vorhandenen Reste können durch solche Präsention vielleicht auch eine Schutzimpfung erhalten. Die Fotos sind in ihrer nüchternen Präzision Anti-Schnappschüsse. Sie zeigen, dass Fotografie ein Handwerk ist und bleiben wird, das Meister wie Wilhelm Kratt hervorbringen kann.
Wilhelm Kratts Fotografien zum Genießen
von Helmut Gerstner
Um die Fotografien Wilhelm Kratts richtig genießen zu können und einzusteigen in diese von Thomas Liebscher beschriebene versunkene Welt, muss man jedoch nicht unbedingt ins Karlsruher Stadtmuseum, sondern bedarf es nur eines Computers mit Internetanschluss. Denn das Generallandes-Archiv und das Landesamt für Denkmalschutz haben inzwischen die Sammlung Kratt erschlossen und zugänglich gemacht. Mit Unterstützung der Stiftung Kulturgut wurden 8.937 Fotos digitalisiert.
Wer einmal begonnen hat diesen Schatz zu heben, ist fasziniert von der Vielfalt neuer Perspektiven, die sich auf den Seiten des Generallandesarchivs finden lassen. Es ist erstaunlich, wie klar und deutlich der Fotograf seine Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Szene gesetzt hat – und dank der Digitalisierung können wir alle daran teilhaben.
Es lohnt sich wirklich, die Stadttore oder den Marktplatz Karlsruhes näher anzusehen, nach Ettlingen oder ins restliche Baden einen Streifzug zu unternehmen.
Aber Vorsicht: Die Zeit vergeht im Flug. Ich habe bereits Stunden auf den Kratt-Seiten des Generallandesarchivs verbracht und von den 8.937 Fotos noch nicht mal 30 % „geschafft“!
Und so kommen Sie direkt auf die Kratt-Seiten des Generallandesarchivs:
https:/www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/startbild.php?bestand=22964
Der „KiR-Kultur-Tipp“: Waghäusel – ein historisch-, geistlich- und ökologischer Rundgang
von Walter Heiler, Bürgermeister der Stadt Waghäusel, MdL
Für einen schönen Sommertag empfiehlt sich sicher ein Ausflug in den äußersten Norden des Landkreises Karlsruhe. In Waghäusel kann man fußläufig auf engstem Raum ein historisches, geistliches und ökologisches Ensemble erleben, das seinesgleichen sucht.
Die Rede ist von dem Gelände rund um die Eremitage im Stadtteil Waghäusel. Erbaut ab 1724 steht das Jagdschlösschen mit inzwischen vollständig sanierter Außenhaut auf dem Areal der ehemaligen Südzuckerfabrik. An dieser Stelle fand auch am 21. Juni 1849 – also vor nunmehr 160 Jahren – die Schlacht bei Waghäusel während der Badischen Revolution statt. Ein 1999 erstelltes Denkmal zum 150. Jahrestag erinnert an die leider erfolglosen Freiheitskämpfer von einst. Durch die Benennung von Straßen nach Friedrich Hecker, Gustav Struve und weiteren Freiheitskämpfern trägt auch die Stadt selbst zu einer lebendigen Erinnerung bei.
In unmittelbarer Nachbarschaft ist die Marienwallfahrtskirche „Zur Mutter mit dem gütigen Herzen“ beheimatet, deren Geschichte bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Im angeschlossenen Kloster wirken seit einigen Jahren die „Brüder des Gemeinsamen Lebens“.
Wer im Anschluss sich noch etwas die Füße vertreten möchte, kann einen kleinen Spaziergang ins direkt angrenzende Naturschutzgebiet Wagbachniederung unternehmen. Die Tierwelt der Wagbachniederung ist von besonderem Wert. Bisher konnten rund 275 wildlebende Vogelarten nachgewiesen werden, von denen 105 im Gebiet brüten.
Das Gebiet ist ein idealer Rastplatz für Zugvögel, die zur Hauptdurchzugszeit hier reichlich Nahrung finden. Wer etwas später im Jahr vorbeischauen möchte, kann ein beeindruckendes Schauspiel erleben: Herbst zur Abenddämmerung fliegen große Starenschwärme in das Gebiet, um im Schilf zu schlafen.
Wer nach dieser Tour noch nicht genug hat, kann den Tag bei einem Bad im nahegelegenen Erlichsee in Oberhausen ausklingen lassen. Sie sehen: eine einmalige Kombination!
Zum Autor dieses „KiR-Kultur-Tipps“:
Walter Heiler ist seit:1999: Bürgermeister der Stadt Waghäusel und wurde 2006 erneut für den Wahlkreis Bruchsal in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Als Landtagsabgeordneter betreut er für seine Partei, die SPD, die Große Kreisstadt Rheinstetten.
In seiner knapp bemessenen Freizeit widmet sich Walter Heiler seiner Familie und seinem Hobby. Als begeisterter Musiker und musikalischer Leiter der "Spraddl-Sänger" greift er am Klavier in die Tasten. Sportlich gehört seine Leidenschaft einer großen Traditionsmannschaft der Fußballbundesliga: dem Hamburger SV.
Der „KiR-Kultur-Tipp“: Großes Orchester und Jugendstil im Pamina-Raum
von Prof. Dr. Ingo Juchler
Als mich das Rheinstettener Kulturprojekt „KiR“ nach meinem Tipp für den Sommer 2009 fragte, fiel mir spontan ein Ausflug ins Altrheingebiet von Rußheim ein. Das lag einerseits daran, dass ich durch ein Gespräch mit Neuburgweiers Ortsvorsteher Gerhard Bauer die enge Verwandtschaft zwischen den beiden Rheinorten feststellte und andererseits an der tollen Sendung des SWR-Fernsehens innerhalb der Reihe „Schätze des Landes“ über diese Altrhein- und Auelandschaft (Ausstrahlung war am 25. Juli): ein wahres Urlaubsparadies!
Ein Ausflug nach Dettenheim lohnt sich wirklich.
Nun aber zu meinem Kulturtipp, der ebenfalls mit dem Pamina-Raum zu tun hat, dessen wertvoller Bestandteil Rheinstetten und sein Museum im Rathaus Neuburgweier ja sind.
Wenn wir über die Rheingrenze gehen, finden wir ganz in unserer Nähe, in Landau, eine der schönsten Jugendstil-Festhallen Süddeutschlands. Dorthin möchte ich Sie einladen.
Denn am 23. August gastiert dort zwischen 17:00 und 19:00 Uhr das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz und gibt ein großes Symphoniekonzert.
Bei unseren Pfälzer Nachbarn ist es schon schöne Tradition, an ihrem letzten Sommerferientag ins Konzert zu gehen. Nach dem überwältigenden Erfolg der letzten Jahre wird das hervorragende Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz wieder in der Landauer Jugendstil-Festhalle gastieren und ein an Höhepunkten reiches Programm unter der feurigen Leitung des Gelsenkirchener Generalmusikdirektors Rasmus Baumann darbieten, zu dem der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck auch in diesem Jahr wieder die Schirmherrschaft übernommen hat.
Am 19. September können Sie in dieser Jugendstil-Festhalle ein weiteres Orchester-Highlight erleben:
Das Geburtstagskonzert 90 Jahre Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Werken von Joseph Haydn, Volker David Kirchner, Christian Lindberg und Richard Strauss.
Am Pult steht dem Orchester erstmals der neue Chefdirigent Karl-Heinz Steffens vor und zum ersten Mal wird der „Pfalz Klassik Preis“ verliehen.
Für Musikliebhaber lohnt sich dieser Schritt über den Rhein, um Musik und Architektur bewundern zu können.
Der „KiR-Kultur-Tipp“: Die Wildnis beginnt gleich hinter der Haustür!
von Nicolette Kressl, MdB – Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium
Weil ich bei meiner Arbeit in Berlin sehr viel sitze, brauche ich natürlich einen Ausgleich: Diesen Ausgleich bekomme ich durch meine Wanderungen, die ich, so oft es mein Terminplan zulässt, in meinem Wahlkreis Rastatt / Baden-Baden aber auch in Berlin und Umgebung unternehme.
Was kann es Schöneres als Ausgleich zum Berliner Stressalltag geben als Wanderungen in der Natur!?
Und sobald mir mein Terminkalender dazu Zeit lässt, schnüre ich meine Wanderschuhe. Beim Wandern kann ich körperliche Bewegung und das Genießen der Natur miteinander verbinden. Gerade in unserer Region, meiner Heimat Baden-Baden, gibt es tolle Angebote, die es nur zu nutzen gilt.
Wenn Sie auch gerne wandern, dann probieren Sie doch einmal den Wildnispfad Baden-Baden aus!
Hier können Sie nicht nur wandern, sondern echte Wildnis, die der Orkan Lothar 1999 hinterlassen hat, erleben. Klettern und kriechen gehört auf diesem Pfad genauso dazu, wie die Beobachtung der Natur, wenn Totholz durch Pilze zersetzt wird oder umgefallene Bäume wieder austreiben.
http://www.bad-bad.de/umgeb/wildnispfad-plaettig.htm
weitere Wandertipps aus dem Nordschwarzwald finden Sie mit einem Klick auf meiner Internetseite:
http://www.kressl.de/person/wandern.php
und wenn Sie keine Lust auf Wandern haben, sondern bei einem guten, interessanten Buch relaxen wollen, dann habe ich auf meiner Seite noch ein paar Tipps für Sie:
http://www.kressl.de/person/buecher.php
Zur Autorin dieses „KiR-Kultur-Tipps“:
Nicoltette Kressl ist seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2007 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen und damit sozusagen „die rechte Hand“ von Finanzminister Peer Steinbrück.
Mit Rheinstetten und der Region Karlsruhe / Baden-Baden ist sie eng verbunden, denn schließlich gehörte Rheinstetten bis 1998 zu ihrem Wahlkreis. Nicolette Kressl ist Mitglied bei BUND, Naturfreunde, AWO, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, GEW, der Gustav-Heinemann-Initiative, im Stiftungsvorstand der Arbeiterwohlfahrt Baden-Baden, im Kuratorium der Stiftung Lebenshilfe Rastatt/Murgtal sowie Beiratsmitglied der Europäischen Medien- und Event-Akademie Baden-Baden.
Der "KiR-Kultur-Tipp": Der Blaue Reiter in Baden-Baden und Murnau
von Elisabeth Maise-Ball, Kunstliebhaberin aus Murnau, Kreisrätin
Sommer 1908: vier Künstler entdecken das Voralpenstädtchen Murnau. Es sind Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin.
Hier in Murnau verbringen sie einen überaus produktiven Sommer, der für alle vier zu einem Wendepunkt in ihrem Schaffen wird. Zurück in München gründen sie die „Neue
Künstlervereinigung München“ (NKVM). Im Herbst 1910 nimmt Franz Marc zu der Gruppe Kontakt auf und Kandinsky und Marc werden ab Anfang 1911 enge Freunde und besuchen sich häufig in München, Murnau und Sindelsdorf. Im Laufe des Jahres planen sie die Herausgabe eines Almanach, von Künstlern gemacht und reich bebildert, für den Kandinsky den Namen „Der Blaue Reiter“ erfindet.
Ihre progressiven künstlerischen Ideen bringen sie zunehmend in Konflikt mit den gemäßigten Mitgliedern der NKVM. Im Dezember 1911 kommt es vor der 3. Ausstellung zum Bruch: Kandinsky, Münter, Marc und der brieflich verständigte Alfred Kubin treten aus der NKVM aus und organisieren eine Art Gegenausstellung. Dies wird die berühmt gewordene erste „Blaue Reiter“ - Ausstellung in der Galerie Thannhauser in München, zu der sie weitere Künstler wie August Macke, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay und Arnold Schönberg hinzu ziehen.
Unbestritten ist „Der Blaue Reiter“ neben der Dresdner „Brücke“ die bedeutendste Künstlermanifestation des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Denn die Künstler um Wassily Kandinsky und Franz Marc wollen eigentlich nicht nur die Kunst, sondern möglichst die ganze Welt verändern.
Nun also, im Sommer 2009, präsentiert das Museum-Frieder-Burda in Baden-Baden eine große Ausstellung zum Thema „Blauer Reiter“. „Möglich geworden ist diese Ausstellung durch einen langjährigen engen Kontakt zwischen dem Baden-Badener Kunstsammler Frieder Burda und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. Frieder Burda hatte über viele Jahre eine Reihe seiner wichtigsten Gemälde – unter anderem von Gerhard Richter – an das Lenbachhaus ausgeliehen. Da das Lenbachhaus nun drei Jahre wegen Umbaus geschlossen wird, schickt Lenbachhaus-Direktor Helmut Friedel die weltberühmten Bilder nach Baden-Baden. Es ist die einzige Station in Deutschland während der Umbauphase.“
Für alle Kunstliebhaber wäre es sträflich, eine solch einmalige Ausstellung zu versäumen.
Allerdings:
Wer die Bilder des „Blauen Reiter“ und die Fotodokumente von Gabriele Münter in Baden-Baden sieht, der sollte sich auch die Entstehungsorte der wichtigsten Kunstwerke in Murnau anschauen! In der Schönheit der Voralpenregion einen Kunstspaziergang zu machen oder das Schlossmuseum mit seinen vielen Bezügen zum „Blauen Reiter“ zu besuchen, ist eine Erholung für Seele und Geist. Es lohnt sich, hier zwei, drei Tage „zu urlauben“ und Kunst vor Ort zu genießen.
Weitere Informationen: www.museum-frieder-burda.de
Wichtig: Die Ausstellung im Museum Frieder-Burda Baden-Baden wird wegen des gewaltigen Publikumzuspruchs verlängert!
Zur Autorin dieses „KiR-Kultur-Tipps“:
Elisabeth Maise-Ball steht in direkter Beziehung zu Rheinstetten, denn ihr Mann hat hier seine Wurzeln (Mutter: Anna Ball geb. Rastetter) und verbrachte seine Schulferien oft bei Tante Gretel und Onkel Karl in Mörsch. Seit langem engagiert sich Elisabeth Maise-Ball kommunalpolitisch in ihrer bayrischen Heimat in und um Murnau. Sie ist Mitglied des Kreistages und war viele Jahre Mitglied des Stadtrates von Murnau (u.a. im Kulturausschuss). Wie wichtig für Elisabeth Maise-Ball Kunst und Kultur sind, zeigt sich auch an der Tatsache, dass sie Gründungsmitglied im Förderverein des Schlossmuseums Murnau ist und als solches eine enge Verbindung zum Thema ihres „KiR-Kultur-Tipps“ hat.
Und hier gibt's ab dem 1.8.2009 der "KiR-Ausstellungs-Tipp"
Der "KiR-Kultur-Tipp": Lesefutter für den Sommer 2009 aus der Stadtbibliothek
Iris Schorb hat die Favoriten der Leserinnen und Leser der Rheinstettener Stadtbibliothek für den „KiR-Kultur-Tipp“ und das „KiR-Lesefutter“ zusammengestellt.
Hier sind die „Top Ten“-Bücher, die in der Bibliothek im Zentrum Rösselsbrünnle zur Zeit am häufigsten ausgeliehen werden:
Irene Dische:
Clarissas empfindsame Reise
Die Geschichte handelt von der betörenden, empfindsamen, aber auch berechnenden und zynischen Clarissa. Sie erzählt von Liebesschwüren und Liebesfluchten, von den Entdeckungen beim Reisen und von einem Amerika, das sich mitten im Umbruch befindet.
Mehr...
Wollen Sie sich auch noch einmal den "KiR-Kultur-Tipp" von 2007 oder 2008 ansehen?
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